La conspiration du rire
Christine Wolf et Pierre Zeidler communiquent leur enthousiasme aux spectateurs. Vendredi dernier, les Conspir'acteurs ont présenté à la Chartreuse de Molsheim un spectacle de cabaret dialectal : fou rire garanti.(Photo DNA)
La Chartreuse, Molsheim
Christine Wolf et Pierre Zeidler ont créé ensemble la compagnie des « Conspir'acteurs » et ont présenté à Molsheim un spectacle intitulé « d'Heim sterwe d'litt »
Composé d'une vingtaine de sketches, il est entièrement en alsacien pour le plus grand plaisir des dialectophones venus en nombre pour cette huitième soirée des Vendredis de la Chartreuse. Malgré le froid, les acteurs ont su réchauffer le coeur des spectateurs et installer un climat d'hilarité générale qui n'a pas quitté l'assistance de tout le spectacle. Il faut dire que les situations dans lesquelles se plongent avec délectation les deux personnages sont plus cocasses les unes que les autres. Des tranches de vie de tous les jours se transforment en imbroglios inextricables où le comique de répétition est de rigueur. Les deux acteurs prennent plaisir à jouer la comédie et communiquent leur enthousiasme aux spectateurs.
Joutes verbales
Tous deux ont un véritable don pour le théâtre : l'expression corporelle, les mimiques, la diction sont excellentes, la voix très travaillée, en particulier dans les passages chantés. Certains dialogues sont de véritables joutes verbales, un exercice réussi avec brio par le duo qui possède une maîtrise époustouflante du dialecte.
Pierre Zeidler, auteur de la pièce a su caricaturer dans ses textes des thèmes pourtant maintes fois repris avec une note personnelle bienvenue où l'alsacien tient toujours le premier rôle. Il croque avec facétie les petits défauts du genre humain à travers l'histoire d'un couple finalement très ordinaire. Le résultat est drôle et surprenant, loin de l'esprit de clocher. Les deux acteurs ont présentés avant tout un spectacle de cabaret, différent du théâtre dialectal traditionnel. L'absence de décors et le fait que musiques et bruitages soient réalisés avec un synthétiseur conféraient un côté intimiste à la pièce.
La prestation a convaincu et nombreux sont ceux qui n'ont pas vu arriver l'entracte et encore moins la fin du spectacle. Une soirée réussie, menée avec brio par les deux acteurs et leur musicien, pour cette pénultième édition des Vendredis de la Chartreuse 2008.
Pa. S.
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Szenen einer Ehe - »uff Elsässisch«
Begeisterndes elsässisches Mundart-Kabarett mit Pierre Zeidler und Christine Wolff im »Ku-Stall«
Großes SchauspieltaIent und urkomische Mundart: Pierre Zeidler und Christine Wolff nahmen die Beziehung von Mann und Frau aufs Korn. Foto: Thomas Hartmann
»Wer isch verruckt? Wer isch zu beduere?« In lupenreinem Elsässisch gingen Pierre Zeidler und Christine Wolff diesen Fragen am Samstag im Freistetter »Ku-Stall« auf den Grund. Heraus kamen skurrile Dialoge, die messerscharf analysierten und in ganz souveräner Manier, mal verrückt, mal gescheìt, aufklärten.
von Thomas Hartmann
Rheinau-Freistett. Klar dass sich die Besucher, die entlang der Rheinschiene wohnen, mit dem urwüchsigen Elsässisch leicht taten. Je größer die Entfernung zum Rhein, desto mehr musste man die Ohren spitzen, um dran zu bleiben.
Die beiden elsässischen Kabarettisten Pierre Zeidler und Christine Wolff nahmen im Freistetter »Ku-Stall« kein Blatt vor den Mund und zeigen sich als begeisterte Kämpfer für die elsässische Mundart. Die gut gemeinten Übersetzungen auf dem Programmblatt beschränkten sich nur auf eine kleine Auswahl des Wortrepertoires. Im Hintergrund inszenierte der Engländer Richard Doust am Klavier die passende Begleitmusik.
Mitten aus dem Leben
Die Geschichten, die sich Zeidler diesmal ausdachte, kamen irgendwie mitten aus dem Leben. Allerdings vertiefte er die Dialoge mit Gedanken, die um die Ecke gingen. Immer überspitzt ausgedrückt, mit der passenden Mimik unterstützt, drehten sich die Geschichten um ein klassisches elsässisches Ehepaar.
»De Emil« und »s’Margrittel« sind zwar verheiratet, das ist aber auch das Einzige, das sie verbindet. Im täglichen Leben mit den eigenen Wunschträumen leben sie mehr gegen als miteinander. Denn die Vorstellungen der beiden gehen doch meilenweit auseinander. So kommt das Ehepaar nur selten zu einem harmonischen Einklang.
Arbeitsscheu
Ganz wohl fühlt sich Emil in seiner Arbeitslosigkeit. Und findet er dann doch eine Arbeit hat er nach dem ersten Tag schon wieder frei. »Ich soll zu Hause bleiben und mir überlegen, ob es die richtige Arbeit für mich ist«, nützt Emil nun die Zeit zum reichen Überlegen.
»Minni Frau kommt glich« geht in eine ähnliche Richtung. Auf der Anfahrt bekommt das Auto einen platten Reifen. Während Emil im »Ku-Stall« alleine ankommt, ist seine Frau mit der Reparatur beschäftigt. Sie muss nach Hause laufen, denn das Reserverad liegt im Keller. »Aber den Schlüssel hab ich«, verrät Zeidler augenzwinkernd.
Ferienfotos, Muttertag, in der Drogerie, in der Wirtschaft oder das Feuerwehrfest (»s’Bompiefescht«) - zu allem fällt ihm etwas Passendes ein. Zeidler verkörpert einen Elsässer, der sich trotz seiner Arbeitsscheu der Sympathie sicher sein darf.
Als weibliche Gegenspielerin konnte Ckistine Wolff ihr schauspielerisches Talent exzellent einbringen. »Ganz verruckt isch halwer gscheit« erwies sich als absurdes humoristisches Elsass-Kabarett - beste Werbung für den grenz überschreitenden Dialekt.
Im Dialekt philosophiert es sich am treffendsten
Die Absurditäten des Alltags: Elsässisches Kabarett mit Pierre Zeidler und Christine Wolff im Freistetter »Ku-Stall«
Der »Lili-Marleen-Begleiter« und die arme Dame vom Arbeitsamt: Pierre Zeidler und Christine Wolff in Aktion. Foto: Michael Müller
Auch Elsässer sind nur Menschen - mit allen ihren Schwächen: Pierre Zeidler und Christine Wolff zeigten am Samstag im Freistetter »Ku-Stall«, warum Mundart ein so wunderbares Vehikel ist, den Menschen den Spiegel vorzuhalten.
Von Michael Müller
Rheinau-Freistett. Pierre Zeidler - der Name bürgt für Qualität. Jazz-Musiker, Buchautor, Schauspieler: ein echtes Multitalent. »D'heim sterwe d' Litt«, sein aktuelles Kabarett- Programm, feierte im »Ku-Stall« »Weltpremiere«. Eine Sketch-Revue ohne durchgängige Handlung, scheinbar völlig ohne kohärenten inneren Zusammenhang – und gerade deshalb ganz nah dran am wirklichen Leben. Zeidler braucht nur das so vielfältige Treiben der Menschen zu beobachten - und dann einzelne Episoden wie in einem Brennglas zu bündeln, zu überspitzen und so das Absurde hinter dem scheinbar Normalen freizulegen. Dabei erwies sich Christine Wolff als kongeniale Spielpartnerin. Begleitet wurden die beiden von dem Engländer Richard Doust am Piano.
Mehr als nur Folklore
Zeidler wertet nicht. Er lässt die Figuren sich selbst entlarven. Und da er natürlich die Eigenarten und Marotten seiner Landsleute kennt wie nichts sonst, nimmt der Elsässer Zeidler auch die Elsässer ganz besonders unter die Lupe.
Köstlich etwa die Szene mit dem Ehepaar, das sich darüber streitet, was denn nun mit der von ihm völlig bescheuert ausgesuchten Ansichtskarte werden soll, die sie eigentlich den »Lieben« daheim vom Urlaubsort in Südfrankreich schicken wollte. Oder die beiden elsässischen Fluggäste, die gerade glücklich die Notlandung ihres Ferienfliegers überlebt haben – doch anstatt sich zu freuen, kultivieren sie lieber ihre Hassliebe auf die Schweizer, nur weil sie in einem Wald nahe der schweizerischen Grenze abgestürzt sind. Auch Familienfeiern und der bei Elsässern offenbar sehr beliebte Zeitvertreib, am Sonntag die »lieben Verwandten« zu besuchen, waren immer wieder Zielscheibe seines Spotts. Selbstredend spielt sich das alles in alemannischer Sprache ab. Doch die »Muedersprooch« ist bei den beiden mehr als nur ein folkloristisches Mittel zur Charakterisierung eines Volksstammes. Auch Elsässer sind vor allem eines: Menschen wie jeder andere auch. Da lässt er einen Mann darüber räsonnieren, ob es für einen Behinderten nicht bequemer wäre, sich ein Home Video zu besorgen, anstatt ins Kino zu gehen - nur um zu erkennen, dass auch Normalbürger »behindert« sind, weil seine Frau etwa ewig braucht, bis sie sich zurechtgemacht hat. Oder er spielt einen Mann, der am Baggersee einen Badegast dabei beobachtet, wie er ins Wasser pinkelt - und auf die Entrüstung seiner Frau bekennt, dass auch er heimlich davon träumt, auch mal so dreist zu sein. Und zum Schluss spielt er einen »Lily-Marleen-Begleiter«, der einen neuen Job sucht, weil er es satt hat, immer nur dieses eine Lied zu spielen, und die arme Angestellte beim Arbeitsamt in die Ohnmacht treibt, weil sie nix Passendes für ihn hat - Fazit: »Dem, dem nix fehlt, ist alles zuviel, und die, die es gut meinen, lässt man hungern.« Eine Pointe jagte die andere, da wurde mit feiner Klinge gefochten doch jeder Streich saß. Und das lag auch an der »Muedersproch«. In der Sprache, die einem in die Wiege gelegt wird, lässt es sich immer noch am prägnantesten philosophieren. Zum Schluss ließ sich das Duo von »Ku-Stall«-Impresario Martin Schütt »erschießen« - mit Platzpatronen natürlich. Schade: Man hätte ihnen noch viel länger zuhören können.